Gedanken

Gedanken zu Werkschau 22


Eine Ausstellung meiner Werke ist seit zwei Jahren Corona bedingt überfällig. Endlich.

Zwei sich ergänzende Möglichkeiten (Brugg und Bad Zurzach) öffnen sich. Ich freue mich, halte inne und schaue auf mein Werken zurück – In der Retrospektive betrachtet, sehe ich einen roten Faden in meinen Werken. Es sind Themen aus meinem Leben. Eine Entwicklungsgeschichte.

Der Seiltänzer, der Schritt für Schritt auf Messers Schneide geht. Der Balanceakt in einer schwierigen Phase des Lebens – Diese Suche nach Balance zeigt sich, später weniger bedrohlich, in vielen Werken immer wieder.

Spiralen und Samen faszinieren. In beiden Symbolen steckt Leben, das sich in die Unendlichkeit weiterentwickelt.- Die Kugel, die sich öffnet wie eine Samenfrucht, in der das Leben entspringt. Das Farnkraut, Karu, das sich entrollt, oder „Aufblühen“ in einem neuen Lebensabschnitt.

Wendel und Spiralen setzen sich mit der Zukunft auseinander. Der Kreis, das Symbol für das ewige Leben, wird hier aufgebrochen. Eine neue Spannung entsteht. Das Leben kann weiter schreiten in die Zukunft. Endet dann mit dem Tod, oder dem Weggleiten der Seele in die Unendlichkeit. – Alles Themen, die mich in den letzten Jahren begleitet und beschäftigt haben.
Die Reihe der Köpfe entspringt einem neuen Lebenskonflikt, der in Gedanken meinen Kopf besetzt hat; Gedanken, die Kreisen und nicht ausbrechen können. – Der Versuch, im Dialog sich anzunähern: Je nach Position, wie die Köpfe zu einander stehen, kommen sie sich für Augenblicke näher. Ein dritter Kopf kann eine Aussensicht ermöglichen.

Die meisten Figuren entstanden intuitiv, aus dem Drang nach bestimmten Formen. Manchmal sind es Weiterentwicklungen von gesehenem. Natur, die mich immer wieder fasziniert. – Erst rückblickend zeigen sie ihren Symbolgehalt. Oft sind es auch neue handwerkliche Herausforderungen, die antreibend wirken. Das Finden einer neuen Textur oder die Fragilität. – Ist es Kunst oder Handwerk? Es braucht beides. – Die Aussage eines Zustandes ist der Anteil der Kunst. Das Handwerk die Umsetzung. Fingerspitzengefühl, im wahrsten Sinn, ist gefragt. Je feiner die Oberfläche, je mehr zeigt sich noch eine Delle, die nach Geduld ruft. Bis es stimmt.